Sonntag, 24. August 2008

Erleichterung

Große Erleichterung macht sich breit. Obwohl der Wettbewerbsdirektor einen Einspruch der Ungarn zurückgewiesen hat, werden sie keinen Protest einlegen. Anderenfalls wären wir ganz schön in Zeitdruck geraten. Denn erst wenn alle Ergebnisse amtlich sind, können die Listen gedruckt und die Urkunden ausgestellt werden. Das nimmt schließlich auch einige Zeit in Anspruch. Weil jetzt erst die Gesmatergebnisse zusammengestellt werden, kann ich im Moment nicht sagen, wer die Goldmedaillengewinner sind und welche Mannschaft den Gesampreis gewonnen hat. So wie es aussieht, sind auf jeden Fall in den drei gültigen Klassen die Engländer jeweils auf dem ersten Platz.
Mehr also morgen, denn nach der Preisverleihung müssen wir uns schnellstens auf den Weg nach Hause machen.

Sonntag, 24. August

Meisterschaften sind bis zur letzten Minute spannend, auch wenn nicht mehr geflogen wird.
Das Taskboard ist immer wieder umlagert (Hier vom englischen Teamchef Keith Negal und seinem Spitzenpiloten Rob Grimwood. Mit dabei Jury-Mitglied Carlos Trigo(rechts).
Gestern abend hatte der Wettbewerbsdirektor mit jeder Menge Einsprüche zu kämpfen. Manche davon wurden in unfairer Weise in den allerletzten Minuten eingelegt, obwohl dazu schon mehrfach vorher Gelegenheit war. Bis gegen 23 Uhr wogte es hin und her, bevor schließlich die Auswertungs-Mädels und Gisela den Laptop zuklappten und die letzten Ergebnisversionen der Aufgabe 8 ausgehängt wurden. Einspruchsfrist bis heute morgen 7 Uhr. Und richtig, auch dazu wieder ein Einspruch bei einer Klasse, der in seiner Konsequenz Auswirkungen auf die anderen Klassen haben wird. Da es sich um einen sogenannten'technischen' Fehler handelt, bleiben drei Klassen 'offiziell' und nur in einer Klasse läuft erneut die Einspruchsfrist von einer Stunde und danach noch mal die Zeit für Proteste von einer Stunde.
Trotzdem ist es ein gutes Zeichen, dass wir bis jetzt noch keinen Protest vorgelegt bekommen haben. Aber noch sind nicht alle Fristen verstrichen. Und weil einige Entscheidungen immer wieder umgeworfen werden, ist die Stimmung bei manchen 'Mitarbeitern' entsprechend schlecht (siehe Foto).
Viktor Wyklicky, unser Deutscher Teilnehmer, scheint es nach dem vorläufigen Stand auf den zehnten Platz (von 22) geschafft zu haben. Er ist bereits gestern morgen bei starkem Wind und schönstem Wetter über Eisenhüttenstadt nach Saarmund bei Berlin geflogen, um dort seinen Motor gründlich checken zu lassen. Er wird heute - rechtzeitig zur Abschlussveranstaltung wieder hier in Leszno sein.

Samstag, 23. August 2008

Sonnabend, 23. August

Es gibt noch Wunder. Seit gestern Abend gibt es mehr offizielle Ergebnisse. Dagegen kann jetzt nur noch ein (kostenpflichtiger) Protest eingelegt werden. Außerdem liegen die Ergebnisse der letzten Aufgabe vor, allerdings mit einigen offenkundigen Fehlern. Durch meine 'Informantin' im Auswertungsprozess weiß ich nun, woran die ganzen Probleme gelegen haben. Bei den eigentlichen Auswertern wurden oftmals die Formeln in den Berechnungs-Tabellen entfernt, wenn eine Korrektur vorgenommen wurde. Das aber hatte fatale Auswirkungen auf die Berechnungen. Zitat Gisela:"Das geht doch garnicht!!"
Am späten Nachmittag ist Richard Meridith-Hardy mit seiner Frau Nicky eingetroffen. Richard ist Vizepräsident der CIMA (das ist die UL-Kommission des Weltluftsportverbandes FAI in Lausanne). Richard würde gerne eine Qualifikationsaufgabe für die World Air Games 2009 in Turin fligen lassen, doch Rychard, der oberste Chef hier am Platz, hat erst mal 'Nein' gesagt. Nun werden die Teams versuchen, ihn umzustimmen. Richard hat gestern Abend auch den versammelten Teams erläutert, was hinter dem Konzept der World Air Games steckt und wie die Qualifikation zur Teilnahme erreicht werden kann. Aus Deutschland ist Viktor Wyklicky interessiert. Da an der Veranstaltung nur doppelsitzige Trikes mit zwei Piloten teilnehmen dürfen, hat Klaus Wehrmann, ein erfahrener Wettbewerbsflieger und mit seiner Frau in Leszno zu Besuch, sein Interesse bekundet.
Gestern Abend hatte bereits der Regen eingesetzt und zwischendurch gab es sogar Blitz und Donner. Aber heute Morgen klart es langsam auf. Da wird es einigen Piloten ganz anders gehen, denn bis weit nach Mitternacht wurde im Mannschaftszelt der Tschechen gefeiert - mit viel Bier und Disko-Musik.

Freitag, 22. August 2008

Freitag, 22. August, 2. Lieferung


Das war sie, die Letzte Landung bei den Europameisterschaften der Ultraleichtflieger in Leszno/Polen. Mit der heutigen Aufgabe sind alle Flüge erledigt. Und tatsächlich, es gibt auch schon ein paar 'offizielle' Ergebnisse. Nun kommt es darauf an, was mit den letzten Ergbnislisten ist und wieviele Einsprüche abgearbeitet wewrden müssen. Und es steht natürlich noch aus, ob und wieviele Proteste die Jury zu bearbeiten hat. Im Moment liegt noch nichts vor.
Die Stimmung ist also relativ entspannt. Dabei entpuppte sich vor allem die touch-and-go-Landung in der 6-Meter-Box als Hindernis für manchen Piloten. Hier gab es viele Null-Wertungen.
Leider auch ein kaputtes Trike. Der Pilot war über das 6-Meter-Feld geflogen und dann im 'richtigen' Landefeld erst mit allen drei Rädern gleichzeitig aufgebumst, hochgesprungen und dann mit dem Vorderrad erneut auf den Boden gekommen. Das ging nicht gut aus und das Trike hat sich überschlagen. Zum Glück hat der Pilot nur ein paar Prellungen abbekommen.

Freitag, 22. August

Natürlich gibt es auch eine Schönheitskönigin unter den Teamleadern. Domnika Jurkiewicz (Polen) ist unbestritten die hübscheste unter allen aktiven und mit geschätzten 1,85 m fällt sie natürlich auch auf zwischen den vielen Piloten.
Heute scheint noch mal die Sonne, aber morgen liegt die Regenwahrscheinlichkeit schon wieder über 60 Prozent. Vorläufig ist aber noch kein Stress auf dem Flugplatz zu beobachten. Bis 11 Uhr ist freies Fliegen erlaubt und manche Crew übt noch mal für die verlangte Box-touch-and-go mit anschließender Abschlusslandung.

Heute ist der sechste Wettgbewerbstag, ohne dass es bislang endgültige Ergebnisse in einer Aufgabe für irgendeine Klasse gibt. Das ist gefährlich und die Jury hat sich entschlossen, erneut einzugreifen.
Wir haben versucht herauszufinden, wo - außer beim Wettbewerbsdirektor - vielleicht noch eine Ursache für die Verzögerungen liegt. Möglicherweise im Büro, wo die Ergebnisse der Auswerter noch mal in Excel - Tabellen übertragen werden. Meine Frau Gisela, die vor zwei Jahren in Nördlingen die ganze Excel-Arbeit übernommen hatte, hat sich bereit erklärt, ein wenig auszuhelfen. Mal sehen, ob es nun besser funktioniert.
Beim Briefing um 11 Uhr gab es noch mal ein paar kleine Änderungen an der Aufgabe. Jetzt müssen nicht nur Fotos, sondern auch Marker gesucht werden. Mal sehen, ob diese Änderung auch die Auswerter erreicht. Außerdem wurde die Zeitspanne für Widersprüche verkürzt, so dass wir heute vermutlich mehrere Aufgaben für alle Klassen in den Gültigkeitszustand bringen können.

Donnerstag, 21. August, 2. Lieferung

Es ist unglaublich, wie lange ein Ultraleichtflugzeug bei mäßigen thermischen Bedingungen in der Luft bleiben kann. Zur Erinnerung: die Einsitzer bekamen 10 kg Benzin (rund 13,3 Liter), die Doppelsitzer 14 kg (also etwa 8,6Liter). Hier die herausragenden Ergebnisse:
Einsitzer-Trikes, Alojzy Dernbach (Polen), 5,9 Stunden
Einsitzer-Dreiachser, Dariusz Kedzierski (Polen), 3,3 Stunden
Doppelsitzer-Trikes, Thuroczy/Hojek (Ungarn), 5,6 Stunden
Doppelsitzer-Dreiachser, Dewhearst/Haddley (Großbritannien), 6,7 Stunden !!!!!!!

Für die Experten: bei dem Siegerflugzeug handelt es sich um einen Skyranger mit einem Rotax 912 S-Motor. Die Crew la ndete wirklich ganz knapp for dem letztmöglichen Termin um 20 Uhr.
Am Abend schließlich das Briefing für die letzten beiden Aufgaben am Freitag. Es handelt sich um einen Navigationsflug, bei dem es darauf ankommt, einen Kurs so schnell wie möglich zu fliegen, dabei Bilder zu identifizieren und so genau wie möglich den Kurs einzuhalten. Zum Abschluss muss man in einem kleinen Landefeld den Boden kurz berühren und ca. 150 Meter weiter im normalen Landedeck aufsetzen und zum Stehen kommen.